illoyal - Journal für Antimilitarismus
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mit O-Tönen von Bundesverteidigungsminister Volker Rühe |
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21.2. Drei Männer, darunter ein Soldat, schlagen in Essen
unter "Heil Hitler"-Rufen einen Passanten brutal zusammen.
17.3. Neun Soldaten, bewaffnet mit Baseballschlägern, Messern und einem Klappspaten, machen Jagd auf Ausländer in Detmold. Sie verletzen einen Italiener und zwei Türken. Einige der Täter halten enge Kontakte zur rechten Szene. |
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17.3. "Die Bundeswehr kann nicht alle Probleme dieser Gesellschaft lösen." Die Soldaten wären ... erst zwei Monate in der Bundeswehr. |
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| 4.7. Erstes Skandalvideo. Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 571 Schneeberg stellen in Hammelburg im April 1996 Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Folterungen dar. | |
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4.7. "Ein absolut isolierter Einzelfall einer Handvoll geistig fehlgeleiteter Einzelgänger..." |
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9.8. Zwei Wehrpflichtige verüben einen Brandanschlag auf eine
von italienischen Bauarbeitern bewohnte Unterkunft in Dresden.
10.8. Ein Reserve-Oberst nimmt im März 1997 in Hammelburg an Übungen für den Einsatz in Bosnien teil. Er äußert dabei u.a.: "Gefangene werden nicht gemacht." Trotzdem kann er an dem Bosnien-Einsatz teilnehmen. Erst dort beschweren sich andere Teilnehmer über ihn. Anfang September Generalinspekteur Bagger lädt die Presse zu einem Truppenbesuch in Cuxhaven ein. Am Dienstzimmer des Unteroffiziers vom Dienst hängt das "Deutschlandlied" mit allen drei Strophen. Bagger stellt einen Diensthabenden zur Rede, während seine Begleiter ein Kamerateam von Filmaufnahmen abhalten. Resultat: Das Deutschlandlied bleibt hängen, lediglich ein begleitender Text soll auf die Geschichte dieses Liedes hinweisen. 4.9. Etwa zehn deutsche IFOR-Soldaten singen während eines Saufgelages mit kroatischen Ustasche das "Horst-Wessel-Lied". 9.9. Weitere "Vorkommnisse": Bei Spindkontrollen werden Armbinden "Volkssturm/Wehrmacht" gefunden. Ein Soldat trägt Wehrmachtskoppel und Hakenkreuz in der Kaserne... |
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9.9. "Wir lassen nicht zu, daß einzelne das Ansehen all dieser Anständigen in den Dreck ziehen." |
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Mitte Oktober Ein Soldat beschwert sich bei der Wehrbeauftragten
über seinen Vorgesetzen, in dessen Dienstzimmer ein Bild des
Wehrmachtsgenerals Guderian hängt. Dummerweise ist der
Vorgesetzte Oberstleutnant und d Enkel Guderians, der Beschwerdeführer
aber nur Hauptgefreiter und wird versetzt.
16.-18.10. Das 43. Jahrestreffen der "Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger" findet in Hammelburg statt, Schirmherrschaft hat der bayrische Ministerpräsident Stoiber. Erst nach massiven öffentlichen Druck fallen der Kamaradschaftsabend mit der Bundeswehr und die Totenwache durch Bundeswehrsoldaten aus. Der Kommandeur der Infanterieschule Hammelburg betont im Vorfeld "die besondere Bedeutung des Eisernen Kreuzes als nationales Erkennungszeichen und als Sinnbild für Tapferkeit, Freiheitsliebe und Ritterlichkeit." 22.10. Zweites Skandalvideo: 19 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaftssoldaten drehen zwischen Mitte 1994 und Anfang 1995 insgesamt acht Stunden gewaltverherrlichende rechtsextremistische Szenen, begleitet von rechtsradikalen und antisemitischen Äußerungen. 26.10. Ergebnisse einer "Studie über die politische Grundeinstellung von Offiziersstudenten" aus dem Jahr 1995 werden ausschnittsweise bekannt. Über die Hälfte stuft sich politisch rechts ein. 20 % der angehenden Berufssoldaten geben an, national-konservativem Gedankengut anzuhängen. |
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27.10. "Es gibt in unserer Gesellschaft Rechtsradikalismus. Aber nirgendwo wird er so scharf bekämpft wie in der Bundeswehr." |
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31.10./1.11. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) enttarnt
einen rechtsextremistischen Wehrpflichtigen in Berlin, bei dem
rechtsradikale CDs gefunden werden sowie ein Ausweis, in dem er
sich als SS- Sturmbannführer bezeichnet.
Anfang November Vier Wehrpflichtige haben am 6. Mai 1997 in der Kyffhäuser-Kaserne in Bad Frankenhausen rechtsextremistische Lieder und Naziparolen gegrölt. |
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5.11. Rühe in seiner Rede vor den Kommandeuren der Bundeswehr in Berlin: "Wir dulden nicht, daß schamlose Einzelfälle das Ansehen unserer Streitkräfte beschädigen... Und ich lasse nicht zu, daß die Bundeswehr wegen der Verfehlungen Einzelner unter Generalverdacht gestellt wird." |
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7. und 9.11. Das Verteidigungsministerium gibt bekannt: Bis Ende
Oktober sind 126 rechtsextreme oder fremdenfeindliche motivierte
"besondere Vorkommnisse bekanntgeworden. Der MAD ermittelt in rund
760 Fällen und beobachtet 138 Soldaten, die in Verdacht stehen,
rechtsextremen Gruppen anzugehören.
30.11. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Angelika Beer, besucht das Jagdbombergeschwader 33 in Büchel. Sie wird in einen "Traditionsraum" geführt, der einem Wehrmachtgeschwader gewidmet ist: Vitrinen mit Medaillen, Orden, Abzeichen, mit und ohne Hakenkreuze. Auf einer Landkarte sind Einsatzräume der Wehrmacht in der UdSSR eingezeichnet. Traditionspflege der Bundeswehr. In vielen Kasernen werden distanzlos und glorifizierend die militärischen Leistungen der verbrecherischen Wehrmacht geehrt wird. 3.12. Vor Hitler-Bildern und der Reichskriegsflagge halten Unteroffiziere in der Franz-Josef-Strauß- Kaserne Altenstadt im Jahr 1993 ein Trinkgelage ab. Geburtstag des "Führers" und militärischer Jahrestage werden dort seit 1990 regelmäßig gefeiert, dekoriert mit Nazi-Fahnen und Hitler- Bildern. 6.12. "Roeder-Affäre": Der bekannte Rechtsterrorist Roeder referiert am 24.1.1995 an der Führungsakademie der Bundeswehr über die "Ansiedlung von Rußlanddeutschen in Königsberg". Niemand der 30 Teilnehmer nimmt Anstoß. 8.12.1997 Redaktionsschluß. Während der Produktion dieses Heftes wurden weitere Fälle von Rechtsradikalismus in der Bundeswehr bekannt. zusammengestellt von Ralf Siemens |